Was macht die angehende Star-Schriftstellerin/-Kabarettistin/-Radiojournalistin am Donnerstag Abend?
Richtig! Sie sitzt auf dem Boden ihres Wohnzimmers, hört ihre Momo-Hörspielkassetten, prökelt von ihrer Tastatur alle Tasten ab, staubsaugt die Fläche unter den Tasten, putzt die Basis gründlich, wischt dann alle Tasten einzeln mit einem feuchten Tuch ab und prökelt sie wieder an den angestammten Platz (ich habe niemals behauptet, nicht neurotisch zu sein!). Und zwischendrin fragt sie sich immer mal wieder, wie sie an einer solchen Tastatur hat arbeiten können – so dreckig! *igitt*
Und dann will sie ihre blitzeblanke Tastatur gerade wieder auf den Schreibtisch stellen, da fragt sie sich, wie sie an so einem Schreibtisch arbeiten kann.
Nein, nein. Nicht chaotisch. Bisschen verstaubt und sehr vernachlässigt, aber vor allem sehr lieblos eingerichtet, diese Arbeitsecke. Und direkt über dem Schreibtisch, der ein Ort der Inspiration und Schaffenskraft sein sollte, prangt ein Foto einer Person, von der die angehende Star-Schriftstellerin/-Kabarettistin/-Radiojournalistin immer sehr scharf kritisiert wurde, und von der sie den Eindruck hat, dass sie nicht so richtig an sie glaube.
So kann das ja nix werden.
Die angehende Star-Schriftstellerin/-Kabarettistin/-Radiojournalistin macht sich also daran, sich eine hübsche Arbeitsecke einzurichten: Alles schön saubermachen, schöne Bilder an die Wand, mit denen sie Gutes verbindet, ein paar Kerzen und die kleine Schildkröte, die die angehende Star-Schriftstellerin/-Kabarettistin/-Radiojournalistin mal im Kunstunterricht aus Speckstein gemacht hat und die sie seitdem mit sich herumschleppt.
So fühlen sich angehende Star-Schriftstellerinnen/-Kabarettistinnen/-Radiojournalistinnen doch gleich viiiiiiel wohler.